Schüler lernen in der Neufracher Mühle, wie aus Getreide Mehl entsteht

 

Was ergibt sieben mal sieben? Jeder, der schon einmal in der Schule war, kennt die Antwort. Wir sind allerdings nicht in der Schule. Die richtige Antwort auf sieben mal sieben lautet hier: Sehr feines Mehl!

Wir befinden uns in der Neufracher Mühle. Fast 300 Jahre ist sie alt und noch immer in Betrieb. Im Rahmen der Projektwoche der Franz-Sales-Wocheler-Schule ist die Klasse 5/6 unterwegs. „Wo kommen unsere Nahrungsmittel her?“ ist das Thema. Ulrich Wolf betreibt die Mühle und erklärt den langen Weg vom Getreide bis zum Mehl: In einem großen Silo hinter der Mühle wird das Korn eingelagert. Von dort wird das Getreide in eine komplizierte Saatreinigungsmaschine geleitet. Hier wird die „Spreu vom Weizen“ getrennt. Alle Teile der Ähre, die zu kurz, zu lang, zu leicht oder zu schwer sind, werden erkannt und ausgesiebt oder weggesaugt. Nicht nur die Kinder staunen über die Komplexität der Maschinen. Das auf diese Weise isolierte Korn wird anschließend gereinigt und über Rohre mehrere Meter hoch gepumpt, bevor es dann in das Mahlwerk fällt, wo es umso häufiger gemahlen und gesiebt wird, je feiner und weißer das Mehl werden soll. Vom dunklen Vollkornmehl bis zum weißen Mehl für Konditorwaren ist alles dabei.

Die vielen Maschinen der Mühle benötigen natürlich eine Menge Energie. Der Strom dafür kommt nicht etwa aus der Steckdose, sondern aus dem Bach neben der Mühle. Früher drehte sich hier ein Wasserrad, welches die alten Mühlsteine bewegte. Diese Zeiten sind lange vorbei; jetzt wird das Wasser der Neufracher Aach in eine Turbine geleitet, wie Ulrich Wolf erklärt. Die Wassermenge von vier Badewannen pro Sekunde strömt durch die enge Öffnung und erzeugt so viel Energie, dass es für alle Maschinen reicht und noch eine Menge übrig ist.

In den Köpfen der Schüler entstehen an dieser Stelle eine Menge Fragen: „Wo kommt eigentlich unser Strom her, den wir zu Hause nutzen? Warum können wir nicht auch Wasser oder Wind benutzen?“ Schon haben wir das Thema für die nächste Unterrichtsepoche. So spannend, wie in der Neufracher Mühle sollte der Unterricht jeden Tag sein.